Vorbereitung

März, April 2019

Im Folgenden beschreibe ich grob, was ich im Zuge der Vorbereitung so alles getan habe und organisieren musste. Wer nicht alles lesen möchte kann durch Anklicken direkt zum Wunschthema springen:

Reisepass & Internationaler Führerschein

Reisepass__Da mein Reisepass in einem Jahr abläuft, muss ich erstmal einen neuen beantragen: Aber nehme ich nun einen normalen mit 36 oder einen dicken 48 Seiten? Da ich mir wegen der eventuell zahlreichen nötigen Visa unsicher bin und der neue Pass ja auch wieder 10 Jahre gilt, entscheide ich mich für die dicke Variante und zahle statt 60 € dann 82 €.

Für dazugehörige Passfotos gilt: In den meisten Ländern genügt für ein Visum unser normales 3,5 x 4,5 cm großes Bild. Aber in Indien verlangt man beispielsweise 5,1 x 5,1 cm. Also lasse ich beide Varianten anfertigen, digitalisiere sie gleich und so sollte unterwegs immer das richtige Foto vorhanden sein – Kostenpunkt 22 €.

Mein Führerschein-Lappen ist noch von 1997 und für einen Internationalen Führerschein nicht zulässig. Also beantrage ich zunächst einen EU-Führerschein im Kartenformat und damit dann den Internationalen Führerschein, welcher jedoch nur drei Jahre gültig ist – Kostenpunkt zusammen 45 €.

Erste Visa

Wie unter Routen- & Visaplanungen beschrieben, brauche ich für Weißrussland während der 2nd European Games kein separates Visum. VisumRussland__Aber für Russland: Daher beantrage ich nach Erhalt meines frischen Reisepasses umgehend mein Russenvisum. Wegen der restriktiven Einreisebestimmungen nutze ich eine Visumsagentur (russland-visum.eu). Trotzdem dauert das Ausfüllen und Zusammenstellen der Dokumente sowie Nachweise wie „Einladungsschreiben“ und „Nachweis der Rückkehrwilligkeit“ seine Zeit. Auch das konkrete Festlegen meines Reisezeitraums für maximal 30 Tage fiel mir nicht so leicht. Nachdem ich 101 € überwiesen und alles abgeschickt habe, dauert es etwa drei Wochen und ich halte mein erstes Touristenvisum im neuen Pass in der Hand.

VisumIndien__Im nächsten Schritt beantrage ich das Visum für Indien. Hier benutze ich die Online-Agentur des Konsulats (igcsvisa.de/touristvisa.php). Das Ausfüllen des Antrags dauert ebenfalls einige Zeit, geht aber deutlich schneller und einfacher als beim Visum für Russland. Nachdem ich dann insgesamt 130 € überwiesen und alles abgeschickt habe, dauert es wieder drei Wochen und ich halte mein zweites Touristenvisum im neuen Pass in der Hand. Leider hat das Konsulat meine Visumsgültigkeit ab Ende April 2019 festgelegt – aber da das Visum ein Jahr gültig ist, passt der Zeitraum trotzdem in meine Grobplanung.

Weitere Visa beantrage ich erstmal nicht, da diese oftmals nur 90 Tage im Voraus der Einreise beantragt werden können.

Impfungen

KrankheitenWeltreise heißt, dass man auf alle Krankheiten, die es so gibt auch vorbereitet sein sollte – zumindest, wenn man als Backpacker unterwegs ist. Also erstmal Impfausweis checken und damit zur Impfberatung gehen. Da ich schon viel unterwegs war, habe ich einen ganz guten Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Kinderlähmung (Polio), da ich diese generell alle zehn Jahre auffrischen lasse. Gegen Hepatitis A und B ergab ein erneuter Titertest (32 €), dass ich noch genug Antikörper im Blut habe – hier brauche ich also auch keine Auffrischung. Drei Tollwut-Schutzimpfungen hatte ich vor meiner letzten Indien Reise gemacht und da mich dort auch ein Hund gebissen hatte, musste ich diese vor Ort noch dreimal auffrischen – daher habe ich hier auch genug Schutz im Blut. Genug Antikörper gegen Meningokokken und Japanische Enzephalitis habe ich auch noch von meiner Indienvorbereitung – hier bin ich also sicher. Alle bisherigen Impfungen hatte ich größtenteils 2015 gemacht beziehungsweise aufgefrischt – das hat mich damals knapp 800 € gekostet und hält zum Glück ungefähr zehn Jahre oder mehr.

ImpfausweisNeu sind in diesem Jahr für mich nur: Gelbfieber (60 €) – das macht in Bremen nur das Gesundheitsamt – Typhus (33 €), Masern/Mumps/Röteln als Kassenleistung (da ich nicht weiß, ob ich als Kind dagegen geimpft wurde oder sie sogar hatte, bin ich hier mit einer Impfung auf Nummer Sicher gegangen) und ebenfalls als Kassenleistung FMSC gegen Übertragung durch Zecken in Osteuropa. Zudem hole ich mir noch zwei Schluckimpfungen gegen Cholera (52 €) und einmal Malarianotfallpräparat – 36 Stück Atovaquon (97 €) für unterwegs, welches auch als Prophylaxe verwendet werden kann.

Insgesamt habe ich so für Impfungen in diesem Jahr 275 € gezahlt, wovon meine Krankenkasse 80 % erstattet hat.

Wohnsitz, Krankenversicherung & mein Schöffenamt

Die Abmeldung oder das Beibehalten des Wohnsitzes hat unter anderem Auswirkung auf die Krankenversicherungspflicht, Hilfe durch die Botschaft und bei mir auf die Erscheinungspflicht als Schöffe bei Gerichtsverhandlungen. Meine Recherchen haben folgendes ergeben (ohne Anspruch auf rechtliche/inhaltliche Korrektheit):

a) Wohnsitz abmelden

Gibt man wegen einer Weltreise seinen Wohnsitz auf (meldet ihn ab) und beendet man seine versicherungspflichtige Anstellung komplett, dann erlischt auch die (gesetzliche) Krankenversicherungspflicht. Man tritt somit aus der Krankenkasse aus, zahlt keine Beiträge und tritt dann nach Rückkehr wieder in sie ein. Gesetzliche Kassen sind zur Wiederaufnahme des ehemaligen Mitglieds verpflichtet. Sinnvoll ist dann nach Rückkehr natürlich, dass man sofort wieder eine versicherungspflichtige Anstellung hat. Ansonsten müsste man sich zu deutlich höheren Kosten freiwillig selbst versichern.

Weiterhin hat die Wohnsitzabmeldung einen Vorteil im Ausland, wenn man Hilfe von der Botschaft benötigt. Ohne Wohnsitz in Deutschland ist die Botschaft für sämtliche Amtshandlungen zuständig und kann deutlich schneller und billiger helfen, da keine Rücksprache mit der Behörde am Wohnsitz getroffen werden muss. Das ist insbesondere hilfreich bei verlorenen Dokumenten, die neu erstellt werden müssen. So kann man mit seiner Abmeldebescheinigung einen neuen regulären Reisepass beim deutschen Konsulat oder der Botschaft im Ausland beantragen oder verlängern lassen. Lästige Rückreisen nach Deutschland entfallen für diese Fälle (hoffentlich).

Zusätzlich habe ich das „Glück“, Hilfsschöffe am Gericht zu sein. Hier muss ich bei Terminverhinderung immer ausführlich im Vorfeld nachweisen, warum ich nicht erscheinen kann. Mit der Abmeldung des Wohnsitzes erlischt dieser Aufwand, da ich so nicht mehr als Schöffe herangezogen werden kann.

Wichtig ist trotz Wohnsitzabmeldung natürlich immer, dass mich trotzdem weiterhin Post erreicht und ich darauf entsprechend reagieren kann. Dafür habe ich entsprechend gesorgt.

b) Wohnsitz beibehalten

Behält man hingegen seinen Wohnsitz und stellt sicher, dass (amtliche) Post immer zustellbar ist: Dann behält man auch seine gesetzliche Krankenversicherung und muss dafür Sorge tragen, dass die Beiträge hierfür gezahlt werden. Das kann entweder über die weiterhin versicherungspflichtige Entlohnung des Arbeitgebers erfolgen (z.B. bei einem geplanten Sabbatical im Zuge einer fortbestehenden, versicherungspflichtigen Anstellung) oder man versichert sich freiwillig gesetzlich selbst, was finanziell wenig attraktiv erscheint.Allerdings hat eine Wohnsitzbeibehaltung den unter a) beschriebenen umgekehrten Effekt bei der Hilfe durch die Botschaft im Ausland. Bei Verlust des Reisepasses erhält man also nur einen Not-Reisepass zur Rückreise nach Deutschland und kann die geplante Weiterreise in andere Länder nicht mehr fortsetzen.

Ich entscheide mich für a), was auch laut Bundesmeldegesetz der korrekte Weg ist und die oben beschriebenen Vorteile für mich hat. Die Wohnsitzabmeldung kann ich jedoch erst eine Woche vor Abreise im Stadtamt erledigen.

Auslands-(Kranken)-Versicherung

Nachdem nun der Umgang mit dem Wohnsitz und der deutschen Krankenversicherung geklärt ist, kommt nun der noch viel schwierigere Punkt: Versicherungen im Ausland. Meine private Haftpflichtversicherung gilt weltweit – hier bin ich also sicher und muss mich um nichts weiter kümmern. Aber ich brauche für die Reise eine Auslandskrankenversicherung oder Auslandsreisekrankenversicherung.

Die üblichen Urlaubskrankenversicherungen über 56 Tage (etwa 10 € pro Jahr) funktionieren hier nicht. Längere Reisen erfordern deutlich teurere Versicherungen, welche in der Regel nochmal doppelt so teuer werden, wenn man auf seiner Reise auch einen Abstecher in die USA oder nach Kanada macht. Hier gibt es eine Fülle von Angeboten mit unterschiedlichen Bedingungen. Nach sehr langer Internetrecherche und diversen Telefonaten entscheide ich mich schließlich für eine Mischung aus STA-Krankenversicherung ohne USA/Kanada (deutscher Anbieter AWP/Allianz) über www.versicherung.statravel.de/reise-krankenversicherung in Verbindung mit der GS-Health Auslands­kranken­versicherung inklusive USA/Kanada (dänischer Anbieter Bupa Insurance) über www.reiseversicherung.com:

  • Die STA-Krankenversicherung ohne USA/Kanada schließe ich im Vorfeld meiner Reise für 24 Monate ohne Selbstbeteiligung für insgesamt 1.140 € ab (= 47,50 € pro Monat). Hier kann ich bei vorzeitiger Rückkehr nach Deutschland kündigen und erhalte den Differenzbetrag zurück. Auch eine Verlängerung von unterwegs ist bis zum Maximalaufenthalt von insgesamt fünf Jahren möglich, sofern die Versicherung noch nicht abgelaufen ist und keine akuten Erkrankungen/Verletzungen vorliegen. Weiterhin sind pro Versicherungsjahr bis zu sechs Wochen in Deutschland (Heimaturlaub) mit versichert. Zudem sind einmalig 14 Tage USA-/Kanada-Aufenthalt inklusive.
  • Da ich also 14 Tage USA/Kanada bereits inklusive habe und noch nicht weiß, ob, wann und wie lange ich nach Nordamerika reisen werde und wenn ja, diese Station wahrscheinlich am Ende meiner Reise liegen wird, nutze ich hier das Angebot des deutschen Online-Versicherungsmaklers reiseversicherung.com. Die hierrüber erhältliche GS-Health Auslandskrankenversicherung inklusive USA/Kanada ohne Selbstbeteiligung erhalte ich dann für 2,43 € pro Tag (monatlich 73 €) entweder als Extra- oder Anschlussversicherung zu meiner STA- Krankenversicherung ohne USA/Kanada. Der Clou: Diese Versicherung ist mit nur drei Tagen Karenzzeit auch noch im Ausland, also dann für mich in den ersten zehn Tagen meines Aufenthalts in Nordamerika online abschließbar. Da ich am Ende meiner Weltreise sicher besser weiß, wie lange ich in den USA oder/und in Kanada bleibe, kann ich dann passgenau diese Zusatzversicherung für bis zu 12 Monate kaufen. Und bei vorzeitiger Rückkehr wird der Differenzbetrag abzüglich 25 € erstattet.

Mit dieser Versicherungskombination bin ich auf meiner Weltreise nicht nur deutlich flexibler sondern auch noch deutlich günstiger, weil ich so ja nur den realen Nordamerika-Zeitraum versichern muss und nicht über die komplette Weltreise den höheren „inklusive USA/Kanada“-Preis zahlen muss. Das belegt auch ein Gesamtkostenbeispiel auf 24 Monate gerechnet:

22 Monate ohne USA/Kanada + 2 Monate in USA/Kanada:

  • 1.188 € bei einer Kombination aus 22 Monate STA + 2 Monate Anschlussversicherung GS-Health ohne Selbstbeteiligung
  • 1.286 € bei einer Kombination aus 24 Monate STA inklusive 2 Monate Extraversicherung GS-Health ohne Selbstbeteiligung
  • 1.404 € bei dem billigsten Anbieter 24 Monate ADAC inklusive USA/Kanada aber mit 50 € Selbstbeteiligung je Versicherungsfall
  • 1.872 € bei 24 Monate reine STA inklusive USA/Kanada aber mit 50 € Selbstbeteiligung je Versicherungsfall
  • 2.604 € bei 24 Monate reine STA inklusive USA/Kanada ohne Selbstbeteiligung

Nachtrag 1:
Wegen Corona hatte ich dann 2020 nochmal Stress mit meiner abgeschlossenen Versicherung, da sie bei Pandemien nicht mehr gilt. Aber sie hatte für bereits auf Reisen befindliche Versicherte bezüglich Corona eine Kulanzregel eingeführt, wollte sich an diese aber nicht mehr halten (mehr dazu -> hier).


Nachtrag 2:
Nach meiner zweijährigen Reise hat sich natürlich viel bei den Versicherungen geändert und die obigen Angaben & Links stimmen in 2021 überhaupt nicht mehr. Auch eine nachträglich, im Ausland noch abschließbare Auslandskrankenversicherung gibt überhaupt nicht mehr, wenn man älter als 49 ist.
Eine erste Recherchegrundlage bieten Finanztipp und reiseversicherung.com inklusive einiger Empfehlungen ausgewählter weltweit gültiger Versicherungen für Menschen unter 60 Jahre und mit Leistungen im Falle einer COVID-Erkrankung auch bei Corona-Reisewarnung (Stand Januar 2022):

  • bis zu 70 Tage:
    • mit USA/Kanada: Debeka für 8 € Jahrespolice inkl. 5.000 € Bergungskosten (nur mit weiterer gesetzlicher/privater Krankenversicherung + Wohnsitz in Deutschland)
  • bis zu 1 Jahr:
    • ohne USA/Kanada:
      • envivas für jährlich 325 € (27 € pro Monat) ohne SB (jedoch nur für TK-Versicherte + Wohnsitz in Deutschland)
      • Hanse Merkur für jährlich 592 € (49 € pro Monat) (seit ohne SB (tagesgenaue Prämienerstattung bei nachgewiesenem vorzeitigen Reiseende + nur mit Wohnsitz in Deutschland abschließbar (danach kann man ihn laut mündlicher Aussage aufgeben, darf aber im Ausland keinen neuen Wohnsitz anmelden!))
      • Travel Secure für jährlich 675 € (56 € pro Monat) ohne SB und inkl. 5.000 € Bergungskosten (Prämienerstattung & Wohnsitz wie bei Hanse Merkur)
    • mit USA/Kanada:
      • AXA für jährlich 420 € (35 € pro Monat) ohne SB (Prämienerstattung & Wohnsitz wie bei Hanse Merkur) – nach Rückkehr müssen für erneuten Versicherungsabschluss mindestens 90 Tage vergangen sein
      • HUK24 für jährlich 438 € (36,50 € pro Monat) mit 50 € SB je Schadensfall (Prämienerstattung bei vorzeitigem Reiseende auf Kulanzbasis + nur mit weiterer gesetzlicher/privater Krankenversicherung + Wohnsitz in Deutschland)
  • bis zu 5 Jahre:
    • Allianz Travel (STA Travel / Magroup) für jährlich 588 € ohne USA/Kanada oder für jährlich 996 € mit USA/Kanada + jeweils 50 € SB je Schadensfall; Länder mit Covid-Reisewarnung sind entgegen der AGBs laut mündlicher Aussage mit versichert (Prämienerstattung & Wohnsitz wie bei Hanse Merkur weiter oben)
    • Hanse Merkur für 620 € erstes Jahr, danach 913 € pro Jahr ohne USA/Kanada oder für 1.606 € erstes Jahr, danach 2.227 € pro Jahr mit USA/Kanada + jeweils 25 € SB je Schadensfall (Prämienerstattung & Wohnsitz wie bei Hanse Merkur weiter oben)

Geld & Reisekosten

Wieviel kostet eine Weltreise? Ich weiß es nicht, aber ich nähere mich mal rechnerisch: In den letzten paar Jahren hatte ich auf meinen Ein- bis Zwei-Wochenreisen in Europa inklusive der An-/Abreise immer so um die 60 bis 120 € pro Tag ausgegeben. Bei meinen längeren Reisen in Asien waren es dann immer zwischen 50 und 80 € pro Tag inklusive Hin-/Rückflug. Das teuerste sind dabei immer die An-/Abreise, vor Ort gebuchte Touren und die Unterkünfte gewesen. Da ich auf meiner Weltreise sicher nicht von Hotspot zu Hotspot springe, länger an einem Ort verweile und auch keine großen Flugreisen von der Heimat aus habe, schätze ich mal ein Tagesbudget von maximal 66 €. Bei 30 Tagen ergibt das also 2000 € pro Monat. Diese Summe ist für mich eine durchschnittliche grobe Größe: In Asien werde ich sicherlich deutlich weniger ausgeben, in Australien und Nordamerika vielleicht mehr. Aber im Mittel scheint das ein ordentlicher Wert zu sein und bei meiner Recherche im Netz kommen mir ebenfalls Monatswerte von 1.200 bis 2.400 € entgegen – je nachdem wie und wo man reist. Über die gesamte Reisezeit ist das eine Stange Geld, aber: Was dem Einen ein Sportwagen oder andere modisch/technische Statuseinkäufe sind, ist mir eine Weltreise. Ich bin seit über 10 Jahren autofrei unterwegs und im Konsum recht bescheiden. Zudem kann ich meine bisherigen Kosten auch noch ordentlich drücken: Ich kündige sämtliche unnütze Versicherungen, stelle „Altersvorsorgen“ ruhend und löse über den Reisezeitraum meine Wohnung größtenteils auf, was alleine schon mal ordentlich Kosten spart, die ich dann für meine Reise übrig habe. Zudem ergibt sich vielleicht auch unterwegs noch die Möglichkeit, bei einem Projekt vor Ort für Kost und Logis zu arbeiten oder zu helfen.

Unterwegs habe ich dann zur Versorgung mit Geld immer zwei Kreditkarten: Ich benutze seit Jahren die kostenlosen VISA Karten von DKB und comdirect, um im Verlustfall immer noch eine weitere zu haben. Mit beiden kann ich im Ausland weltweit kostenlos an fast jedem Automaten Geld abheben und muss nur die von der Vor-Ort-Bank erhobenen Automaten-Gebühren tragen. Diese sind zwar ärgerlich aber nicht zu ändern. In Thailand waren es zum Beispiel immer pro Abhebung 200 Bath (ca. 5,50 €) – egal wieviel man abhebt. Mit der DKB Visa Karte kann ich zudem auch weltweit ohne die üblichen 1,75% Kreditkartengebühr kostenlos mit Karte bezahlen. Das geht mit der comdirect Visa Karte leider nicht.

Als Bargeld nehme ich nur ein paar Dollar mit, da es öfter passieren kann, dass ich Einreise-, Ausreise- oder Bestechungsgebühren bezahlen muss und diese eher in Dollar als in Euro verlangt werden. Weiterhin werde ich vor Ort dann immer Bargeld mit meiner Kreditkarte abheben und falls Bargeld zum Grenzübergang ins nächste Land übrig bleibt, dieses dann möglichst in Dollar tauschen, um so immer wieder neue Dollar parat zu haben.

Nachtrag:
Ein PayPal Account ist ebenfalls recht hilfreich, da bei manchen Online-Anbietern (z.B. Indian Railways) das Zahlen mit ausländischer Kreditkarte nicht funktioniert, aber mit PayPal. Zum Glück hatte ich solch ein Account bereits und konnte es dann problemlos nutzen.


Nachtrag 2 (Stand Januar 2022):
Nach meiner zweijährigen Reise sind die genannten Kreditkarten nicht mehr kostenlos und so habe ich auf kostenlose Debit Karten umgestellt und nutze jetzt 3 verschiedene VISA Debit Cards:

  • DKB (kostenlos wenn monatlich mindestens 700 € auf Girokonto eingehen, was man einfach per Dauerauftrag von einem Konto zum anderen und wieder zurück erledigen kann):
    • weltweit kostenlos Bargeld abheben – jedoch mindestens 50 € Gegenwert (manche Vor-Ort-Banken verlangen jedoch noch eigene ATM-Gebühren)
    • weltweit kostenlos bezahlen (manche Vor-Ort-Händler verlangen jedoch bei Kartenzahlung eigene Aufschläge – dann muss man halt bar zahlen)
  • comdirect (kostenlos wenn monatlich mindestens 1.250 € auf Girokonto eingehen, was man einfach per Dauerauftrag von einem Konto zum anderen und wieder zurück erledigen kann):
    • weltweit kostenlos Bargeld abheben – jedoch mindestens 50 € Gegenwert (+ eventuelle Vor-Ort-ATM-Gebühren)
    • außerhalb EURO-Raum +1,75% VISA-Gebühr beim Bezahlen (sehr unattraktiv)
  • vivid (ohne Girokonto – man muss also Guthaben im Vorfeld kostenlos via IBAN überweisen):
    • monatlich maximal 200 € Gegenwert weltweit kostenlos Bargeld abheben – jedoch mindestens 50 € Gegenwert (sonst 3% Aufschlag) (+ eventuelle Vor-Ort-ATM-Gebühren)
    • weltweit kostenlos bezahlen (+ eventuelle Vor-Ort-Aufschläge mancher Händler)

Steuererklärung

Mindestens eine Einkommenssteuererklärung werde ich über den Reisezeitraum nicht fristgemäß erstellen und abgeben können. Also rufe ich beim Finanzamt an und frage nach: Man bat mich, den Sachverhalt schriftlich einzureichen und wird sich dann melden wie sie verfahren wollen. Ich nehme mal an, dass ich dann geschätzte Abschläge zahlen muss und damit bis zur Rückkehr von der Abgabe einer Steuererklärung befreit bin.

So kam es auch – allerdings nur nach mehrfacher Nachfrage und mehr Erklärungsaufwand als ich dachte.

Tagebuch, Blog, Daten- und Dokumentensicherung

Bisher habe ich auf Reisen immer ein kleines Tagebuch mitgehabt und eine ordentliche Speicherkarte für die Fotos. Bei einer Weltreise dürfte das etwas eng werden und im Falle eines Verlustes wäre das natürlich richtig schmerzhaft. Daher entscheide ich mich für:

  • Meine geliebte kleine Panasonic Lumix DMC-LF1 Kamera für richtig gute Fotos und Videos mit mehreren großen SD-Karten (16 bis 32 GB je Karte).
  • Mein in die Jahre gekommenes iPhone 5 für die tagtäglichen Dinge vor Ort mit nur 16 GB Speicher.
  • Zum bequemen Lesen von Reiseführern und Büchern meinen alten Kindle Fire HD mit nur 5 GB Speicher. Zum Lesen reicht er, aber viel mehr kann man mit ihm kaum machen. Und wenn er voll ist, müssen halt ältere Reiseführer gelöscht werden.
  • Mitnahme meines kleinen älteren Notebooks ASUS mit nur 22 GB internem aber 500 GB Festplattenspeicher für einfacheres Schreiben meines Tagebuchs, zum Bearbeiten und Sortieren meiner Fotos und Videos und natürlich für alles, was ich dann im Internet bequemer als mit dem Smartphone oder Kindle machen kann.
  • Einrichten einer Cloud (Onlinespeicher) zum Auslagern und Sichern meiner Fotos, Videos und Dokumente. Hierfür nutze ich Google Drive (kostenlose 15 GB), welches unterwegs problemlos erweiterbar ist (100 GB = 2 €  //  200 GB = 3 €  //  2000 GB = 10 € pro Monat). Wenn ich bei Google meine Fotos und Videos in die Google Foto Cloud hochlade, werden diese Datenmengen nicht auf die kostenlosen 15 GB angerechnet, sind dann also kostenlos. Die Qualität soll darunter nicht leiden, also werde ich diesen kostenlosen Daten-Service auch mit nutzen. (Nachtrag: Ab 01.06.2021 stellt Google den Service leider um und man muss auch Fotospeicherplatz bezahlen, sofern er das 15 GB Freikontingent im Google Konto überschreitet. Aber alles, was bis dahin hochgeladen ist, bleit weiter kostenlos. Also kann ich meine Bilder & Videos dieser Reise weiter darin sichern).
    Parallel nutze ich weiterhin meine Dropbox (aktuell 4 GB for free). In die Cloud kommen zum Start der Reise auch die wichtigsten Dokumentenkopien, wie:
    • Reisepass mit allen eingetragen Visa
    • 2 Impfpässe mit allen Impfungen
    • Kopien der Krankenversicherungen inklusive Notfallnummern
    • Kontaktdaten für die Kreditkarten, Banken, Versicherungen, etc.
    • Adressen / Telefonnummern in Deutschland
  • Einrichten eines Onlinetagebuchs in diesem Blog, in dem ich meine Reise, Gedanken und Erlebnisse dokumentieren und sichern kann. Hier entscheide ich mich für den kostenlosen WordPress Blog mit home.blog-Domain und Werbung (3 GB Speicher). Dieser ist problemlos erweiterbar und wäre dann sogar ohne Werbeeinblendungen (6 GB = 3 €  //  13 GB = 8 € pro Monat).
    • Den hier vorliegenden Blog habe ich bewusst um meine Instagram– und Facebook-Profile ergänzt, da ich so schneller und einfacher von unterwegs posten kann. Da private Facebook-Feeds hier nicht angezeigt werden können, habe ich unter Facebook eine neue, zusätzliche, öffentliche Seite POSTVONHOLGER angelegt, die ich hier mit einbinden kann.
    • Zum Zeigen von eventuellen Videos lege ich mir noch über mein Google Account ein Youtube Channel an – so spare ich Speicherplatz auf dem Blog und kann neben Facebook-Videos auch bequem Youtube-Videos hier einbinden.
  • Und schließlich drei USB-Sticks mit 16 bis 32 GB, falls ich vor Ort mal Daten weitergeben will oder von einem Rechner zum anderen austauschen muss.

Mobilfunkvertrag

Mein bisheriger Vertrag von maxxim (O2-Netz) hat für nur 8 € pro Monat eine super Telefon-, sms- und 3-GB-LTE-Flatrate in Deutschland und der EU. Sobald ich aber die EU verlasse, wird es richtig teuer:

  • 1,59 €/min für eingehende Anrufe  //  2,99 €/min für ausgehende Anrufe
  • 0,00 € eingehende sms  //  0,59 € ausgehende sms
  • und satte 15,00 € für 1 MB surfen (sie verschleiern es mit der Angabe: „nur 0,15 € pro 10 KB“)

Da ich die Flatrate im Ausland nicht nutzen kann aber die Rufnummer mit auf die Reise nehmen will, kündige ich meinen Vertrag und wechsle nach langer Internetrecherche zum Prepaidtarif von blau.de (O2-Netz) ohne monatliche Gebühr. Die Leistungen sind zu Hause beim Telefonieren und sms sehr fair (0,09 € für ausgehende Anrufe/min und sms), beim Surfen sind sie jedoch nicht so rosig (0,24 € für 1 MB oder z.B. 1,75 GB Monatspaket für 9 € hinzubuchbar (Nachtrag 2022: für 4 Wochen = 1 GB für 4 € hinzubuchbar)). Aber außerhalb der EU sind die Kosten im Vergleich deutlich besser:

  • 0,99 €/min für eingehende Anrufe  //  0,99 €/min für ausgehende Anrufe
  • 0,00 € eingehende sms  //  0,19 € ausgehende sms
  • und 0,99 € für 1 MB surfen

Da ich außerhalb der EU in der Regel meine Mailbox und das Datenroaming aus stelle und nur die freien WLan-Netze nutze, brauche ich erfahrungsgemäß in den meisten Ländern keine regionale SIM-Karte und bin mit dem neuen Tarif trotzdem für wichtige Dinge gut erreichbar bzw. kann relativ preiswert Kontakt aufnehmen.

Nachträge:

  • Warum auch immer, in Asien wurde mir beim Einlegen meiner deutschen SIM-Karte immer einmalig 0,78 € abgebucht (das war manchmal notwendig, wenn für irgendwelche Account-Bestätigungen eine SMS an die deutsche Nummer gesendet werden musste).
  • Unterwegs beantrage ich noch eine VoIP Mobilfunknummer über die App Satellite (von sipgate), mit der ich eine deutsche Mobilfunknummer ohne Einlegen einer SIM-Karte nutzen kann und zusätzlich monatlich 100 Freimnuten habe, mit denen ich dann deutsche Festnetznummern anrufen kann. Zum Anrufen und Angerufen werden ist das super. Das Empfangen und Senden von SMS funktioniert jedoch mit dieser Nummer nicht.
  • Weiterhin benutze ich die App Viber für Festnetztelefonate via VoIP in/nach Deutschland für 0,02 € pro Minute.

Apps

Da ich mein betagtes iPhone 5 mitnehme, welches nur 16 GB internen Speicher hat, muss ich mit dem Installieren von Apps sparsam umgehen. Bilder und Videos lagert das Phone zum Glück bei WLan-Verbindungen in die Cloud aus und da ich das Smartphone nur wenig zum Fotografieren nutze, ist es für mich immer noch ausreichend. Aus meiner Erfahrung heraus haben sich auf Reisen folgende Apps für mich als sinnvoll erwiesen:

  • Heimatkontakt, Bloggen/Posten
    • MyPostcard zum Versenden von klassischen Postkarten für anfänglich 1,99 € (Nachtrag: in 2020 für 2,29 €, in 2021 für 2,49 € und ab 2022 für 2,69 € pro Karte, was langsam unverschämte Preissteigerungen sind)
    • Viber für WLan-Anrufe an Menschen ohne WhatsApp
    • Nachtrag: Satellite für WLan-Anrufe an Menschen ohne WhatsApp (monatlich 100 Freiminuten) und deutsche Mobilfunknummer ohne SIM-Karte
    • Mail
    • WhatsApp
    • Facebook und Messenger
    • Instagram
    • WordPress
  • Banking
    • Apps der Kontoverbindungen
    • Photo-Tan-Apps
  • Reisen und Unterkunft
    • Booking.com
    • Airbnb
    • Couchsurfing
    • Google Maps
    • MapsMe zur Offlinenutzung von Karten
    • Google Übersetzer
    • billigermietwagen
    • BlaBlaCar für Mitfahrgelegenheiten
    • uber für Taxi, TukTuk, MorbikeTaxi
    • Nachtrag: Grab (wie uber aber in Asien oft billiger oder mehr verbreitet); Ola für Mexiko
    • Flug Idealo für erste Flugkostenvergleiche
    • FindPenguins zum Festhalten der Stationen und gereisten Entfernungen
  • Fotos, Videos und Dokumente
    • Panasonic Image App zum Übertrag von ausgewählten Fotos auf das iPhone
    • Bücher zum Lesen von heruntergeladenen Reiseführern
    • Notizen für Notizen aber auch verschriftlichen von Sprachaufnahmen und zum Scannen
    • Wallet für Tickets zur Offlinenutzung
    • blau.de zur Verwaltung meines Prepaidvertages
  • Unterhaltung und Information
    • Safari
    • Kalender
    • Health zum Zählen von zurückgelegten km
    • Wetter
    • Nachtrag: meteoblue für detailliertes Wetter mit mehr auffindbaren Orten
    • Spotify
    • Kicker
    • Spiegel Online
    • ZDFmediathek
    • ARDmediathek
  • Auf Reisen noch hinzugefügte wichtige Apps
    • Windscribe für VPN-Zugang, um mit monatlich 10 GB Freieinheiten das Geo-Blocking zu umgehen (nötig bei Ländern wir der Iran oder auch um geblockte Inhalte von ARD/ZDF sehen zu können)
    • Diverse Reise-Apps vor Ort zum Buchen von Zügen, Bussen, Mietfahrrädern (z.B. cleartrip, nextbike) und die Apps der jeweiligen SIM-Kartenbetreiber, die ich dann vor Ort nutze

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